Heidelsteinfeier 2012

Hat Tradition noch Zukunft? - 89. Heidelsteinfeier

 

Der wegweisenden Frage nach der Zukunft von Tradition bzw. nach dem Spannungsfeld von Vergangenheit und Moderne stellte sich der Rhönklub auf seiner 89. Heidelsteinfeier, an der über 850 Menschen teilnahmen.

Rhönklub-Vizepräsident Bernd Müller-Strauß nahm die Fragestellung bereits zu seiner Begrüßung auf und übertrug diese auf die Vereinsebene. „Viel wird darüber gesprochen und diskutiert. Gerade in Vereinen, die oftmals selbst als überliefert, überlebt, als Relikte einer verlorengehenden, untergehenden Vergangenheit gelten.“ Gerade die Heidelsteinfeier sei ein herausragendes Beispiel, um den möglichen Widerspruch zwischen Tradition und Zukunft aufzubrechen: „Altbacken, nicht mehr zeitgemäß, heißt es. Doch bedeutet zeitgemäß nicht vielmehr das, was wir selbst aus unserer Zeit machen? Für mich und viele Andere aber auch bedeutet die Heidelsteinfeier: Begegnung mit Wanderfreunden, die man nicht so oft sieht. Gelebte Begegnung! Geliebte Tradition!“

Seine Schlussfolgerung lautete, den Spagat zwischen beiden Polen aufzulösen und ihn als Chance zu begreifen: „Und gerade das ist doch Bindeglied zwischen Gestern, Heute und Morgen! Wir gedenken unserer Vergangenheit, unserer Tradition und leben die Begegnung im Heute. Beides ist kein Widerspruch, sondern ebenbürtige Teile einer gemeinsamen Sache. Der Rhönklub verbindet Tradition mit Moderne, ist so ein Brückenbauer, wenn er es selbstbewusst will. Zurückblicken heißt es - an einem Standort im Hier und Jetzt – verbunden mit der Hoffnung und dem Wunsch, auch morgen, in Zukunft miteinander zu handeln und sich zu engagieren.“ Für jeden Einzelnen bedeute dies:Alles ist im Fluss, sagt uns Heraklit. Das heißt Erinnern ebenso wie das sich selbstbewusste Stehen im Jetzt und der erwartungsvolle Blick auf das, was kommt und das wir gestalten!“

Sehr fundiert behandelte Festredner Jürgen Reinhardt, Hauptkulturwart, das Thema. Er blickte in die Geschichte und die Entstehung des Traditionsbegriffs und der Traditionskritik. Er stellte seinen Ausführungen ein treffendes Bild voran: „Tradition lässt sich am Besten mit einem großen Garten vergleichen. Der Gartenbesitzer kann durch übertriebene Fürsorge, durch zu häufiges Gießen und Düngen die Pflanzen kaputt pflegen. Dies geschah im eingangs genannten Dorf Anatevka. Vor lauter übermäßiger konservativer Traditionspflege wurde den Bewohnern die Sicht auf Ereignisse außerhalb ihrer räumlich beschränkten Welt genommen. Pflegt man gekonnt den Garten, wird man große Freude an den Blumen, Pflanzen und Gewächsen haben. Die mühevoll erscheinende Arbeit hat sich gelohnt. Genauso ist es mit der Tradition. Man muss hier etwas wegnehmen, an anderer Stelle etwas hinzufügen, Traditionen und ihre Strukturen hinterfragen, aber auch neue Traditionsformen zulassen.“

Das Wort Tradition stamme aus dem Lateinischen und bedeute Überlieferung bzw. Gewohnheit: „Man versteht unter diesem Begriff die Gesamtheit der von vorausgegangenen Kulturen und Generationen überlieferten Wertvorstellungen, Verfahrensweisen, Verhaltensmuster und Glaubensvorstellungen. Tradition ist das kulturelle Erbe, das von einer Generation zur nächsten weiter gegeben wird. Wissenschaftliches Wissen und handwerkliches Können gehören ebenso dazu, wie Rituale, künstlerische Gestaltungsauffassung, moralische Regeln und Speisevorschriften. Weitergegeben werden jene Verhaltens- und Handlungsmuster, die im Unterschied zu Instinkten nicht angeboren sind. Diese Traditionsbildung ist als anthropologisches Grundgesetz in allen menschlichen Gesellschaften anzutreffen. Mit jeder Generation kommt weiteres Wissen und kulturelle Fähigkeiten hinzu.“

Das stete wiederholte Ausüben von Traditionen und ihre sprachliche Fixierung trügen wesentlich zur Traditionsbildung bei: „Damit die Überlieferung der kulturellen Gehalte gelingt, bedarf es einer regelmäßigen Wiederholung dessen, was überliefert werden soll, beispielsweise eines bestimmten Rituals zu einer bestimmten Jahreszeit. Eine wesentliche Form der Wiederholung ist nicht nur die tatsächliche Ausübung dessen, was tradiert wird, sondern auch die Fixierung in der Sprache, also die Einbettung in ein Symbolsystem. Sprache ist ein symbolisches Medium, das kein einzelner Mensch aus sich heraus selbst erfindet, sondern welches ihm überliefert wird. Als ein Zeichensystem schafft Sprache einen Raum der Öffentlichkeit, aus dem der Mensch beim Sprechen schöpft und in den hinein er stets zurück spricht. Sprache darf, wenn ihre kulturelle Bedeutung verstanden werden soll, nicht nur als ein Mittel der Kommunikation angesehen werden, sondern strukturiert grundsätzlich das menschliche Verstehen der Welt. Somit ist daher Sprache ein vorrangiges Medium der Überlieferung, welches auch jede nicht sprachliche Weitergabe von Wissen begleitet.“

Mit der Schrift sei dabei die Tradition von Verfälschung geschützt und nachprüfbar. Von klein auf prägt sich der Mensch ein Wertesystem ein, das als Tradition verinnerlicht werde: „Was der Mensch für gut oder schlecht, für richtig oder falsch hält, ist seit seiner Kindheit in seinem Wertesystem verankert. Unbewusst lenkt und diszipliniert dieses Wertesystem all das Denken und Handeln. Wertevermittlung und Wertepraxis und in deren Folge auch das Gewissen eines jeden Menschen entwickeln sich nur in kleinen sozialen Einheiten, also in der Familie und hier fast ausschließlich in der Kindheit. Kinder übernehmen in den ersten Lebensjahren das, was ihnen von den Eltern vorgelebt und praktiziert wird. Vertrauen beispielsweise erfahren Kinder und Jugendliche über Familienkultur und die Liebe der Eltern. Vertrauen wiederum ist die Voraussetzung, dass das Kind die von den Eltern vertretenen und gelebten Werte verinnerlicht. Es bildet sich das Gewissen. Früher wurden Lebensregeln durch die Tradition vorgegeben. Heute, in einer zum einen pluralistisch, zum anderen aber auch sehr individualistisch orientierten Gesellschaft, muss die Familie verbindliche Regeln setzen und Grenzen festlegen.“ Ein Wertesystem, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts einem Wandel in Form einer Herabsenkung des Ethos- und Sittengehalts unterworfen sei, was gerade im Bereich der Religionen und möglicher Diffamierungen dieser ablesbar sei.

Das Judentum: „Tradition ist im Judentum immer in Zusammenhang von Überlieferung, Lehre und Erinnerung gesehen worden. Bereits in den Büchern Moses, hier besonders im 5. Buch Moses, dem Deuteronomium, findet sich die Anweisung, das jüdische Glaubensbekenntnis als Summe der von Gott erlassenen Gesetzen, so wie auch die Geschichte des jüdischen Volkes jeweils an die Söhne weiterzugeben. Geschah die Traditionsweitergabe ursprünglich in mündlicher Weise, so geschieht das heute in schriftlicher Form durch Tora und Talmut. Gerade die oft belächelten Speisevorschriften des jüdischen Volkes zeigen uns heute, wie wichtig die Pflege der Tradition ist. In mittelalterlichen Städten herrschten unvorstellbare hygienische Verhältnisse. Die jüdischen Mitbewohner dieser Städte blieben gegenüber der nichtjüdischen Bevölkerung dank der strengen Speisevorschriften und den Reinigungsritualen von Epidemien weitestgehend verschont. In unsere heutigen Gesellschaft wäre es wünschenswert, wenn Menschen nach traditionellen Speisegesetzen leben würden. Dank der „Geiz ist geil Mentalität“ achten heutzutage viele nicht mehr auf Qualität der Ware. Alles muss möglichst billig sein. Wer bereit ist, für Lebensmittel etwa mehr auszugeben, bekommt auch die Qualität, die er wünscht. Durch beachten traditioneller Speisevorschriften könnten mit Sicherheit Zivilisationskrankheiten wie Lebensmittelallergien weitestgehend eingedämmt werden.“

Der Islam: „Im Kern des islamischen Traditionsverständnisses steht der Begriff der Sunna. Sunna ist ein arabisches Wort und bedeutet in etwa Tradition und Überlieferung. Der Koran ist das Heilige Buch des Islams, die Niederschrift des geoffenbarten Gotteswortes. Da nicht für alle Lebensbereiche die Regeln detailliert aufgeschrieben waren, hat sich nach dem Tod des Religionsstifters Mohammed ein Lehr- und Rechtssystem entwickelt, das verschiedene säkulare Rechts- und Brauchtumstraditionen aufnahm und religiös fundierte. Nach zunächst mündlicher Überlieferung in vier verschiedenen Rechtsschulen, die auf verschiedene Imame als Nachfolger Mohammeds zurückgehen, wurde die Sunna etwa 200 Jahre nach Mohammeds Tod in mehreren Büchern schriftlich fixiert. Die beiden Religionen Judentum und Islam haben im Laufe ihrer Geschichte, trotz aller Traditionswahrung, manche Traditionsbrüche hinnehmen müssen. Neue Traditionsformen sind hinzugekommen, andere sind verschwunden. Auch Tradition unterliegt im religiösen Bereich einem gewissen Wandel.“

Das Christentum: „Die Christen pflegen eine Glaubenstradition, die bereits mehr als zwei Jahrtausende Bestand hat. In der Heiligen Schrift werden das Wirken Jesu und seine Reden dokumentiert. Aus heutiger Sicht war Jesus ein Revolutionär. Seine Predigten waren für die damalige Welt etwas absolut Neues. Seinen Nächsten zu lieben wie sich selbst war in der Vorstellung damaliger Menschen etwas ganz außergewöhnliches und bedeutete sicherlich einen erheblichen Einschnitt, wenn nicht sogar einen Bruch mit der alten jüdischen Tradition. Die Gleichberechtigung von Mann und Frau, die Jesus in seinen Reden propagierte, war ungeheuerlich in einer Zeit, in der Frauen lediglich bewegliche Teile des Hausrats waren und folglich verstoßen werden konnten. Viele Beispiele liefert uns die Heilige Schrift. Jesus verfolgte unbeirrbar den neu eingeschlagenen Weg.

In all den Jahrhunderten christlicher Glaubensüberlieferungen hat es Veränderungen gegeben, Einschnitte sind vorgenommen worden und manch große Reform war notwendig, um die Institution Kirche stets aktuell und auf dem Laufenden zu halten. Die Reformation war ein Eingriff in die bestehende Tradition. Es war aber ein notwendiger Schnitt, der für den Fortbestand des christlichen Glaubens wichtig war. Verglichen mit anderen Religionen ist das Christentum trotz der langen Tradition im großen und ganzen eine tolerante Religion geblieben.“

Oftmals bedeute dabei die Verbindung von Tradition und Anspruch auf Wahrheit „zur Abschottung gegen das Fremde“ oder aber auch „zu ersten Ansätzen einer Traditionskritik: „Unter Traditionskritik versteht man zum einen den Namen einer Methode in der historisch-kritischen Textforschung, zum anderen eine Bezeichnung der Kritik an der Tradition und den tradierten Inhalten selbst. Traditionskritik als historisch-kritische Methode dient dazu, in verschriftlichten Texten die zugrunde liegenden mündlich verbreiteten . Fassungen zu rekonstruieren. Die Traditionskritik steht im Verbund mit anderen historisch-kritischen Methoden, z. B. der Textkritik und der Formkritik, und lässt sich aus diesem Forschungszusammenhang nicht als eigenständige Methode herauslösen. Traditionskritik meint allerdings auch die Kritik an Tradition als dem überlieferten, kulturellen Bestand. Hierbei werden die eigenen Riten, Sitten, Gebräuche und Normen hinterfragt bzw. in Frage gestellt. Eine einschneidende Situation tritt ein, wenn im Dialog mit anderen Traditionen nach einer gemeinsamen Geltungsgrundlage gesucht wird. Da jede Tradition das Alter ihrer Herkunft geltend macht, kann dies nicht als Maßstab dienen. Damit wird aber das erste Mal Tradition an sich zum Thema und Gegenstand der bewussten Auseinandersetzung. Damit kann Tradition in Zweifel gezogen werden, eben weil sie nur Tradition ist.“

Die früheste Tradtionskritik im Abendland vollziehe sich in den Anfängen der griechischen Philosophie in den „Platonischen Dialogen“. Die Philosophie übernehme die führende Rolle in der Zeit vom 16. bis zum 18. Jahrhundert: „In Europa beginnt mit der Reformation, später mit Rationalismus und Aufklärung, ein kritisches Infragestellen überlieferter Formen des Wissens, des Glaubens und der Moral. Mit der Betonung des Vernunftprinzips, das an die Stelle des reformatorischen Schriftprinzips trat, wurde die Gültigkeit jedes Traditionsprinzips in Frage gestellt. Darauf reagierte schon frühzeitig der „Französische Traditionalismus“, Ausdruck der konservativen Reaktion. Das Kräftemessen von Tradition und Vernunft hält bis in die Gegenwart an. Zusammen mit der Eigendynamik eines rationalisierenden Kapitalismus und den Folgen kultureller und ökonomischer Globalisierung ist derzeit eine weltweite Revision überkommender Werte und Überlieferungen zu beobachten. Als Gegenreaktion sind ebenfalls weltweit fundamentalistische Tendenzen zu verzeichnen. Wie schon der „Französische Traditionalismus“ ist die konservative Reaktion in der Gegenwart häufig religiös legitimiert und gewaltbereit.“

Es folgte ein „nachhaltiger“ Traditionsbruch, der unbewusst von Jean-Jacques Rousseau und seinem Ausspruch „Zurück zur Natur“ gelegt worden sei und auch später für die Rhönklubgründung wichtig geworden sei. „Als Spätwirkung der Aufklärung und dem Ruf „Zurück zur Natur“ wurden im 19. Jahrhundert in Deutschland überall Wander- und Gebirgsvereine gegründet. 1876 gründete Dr. Justus Schneider den Rhönklub. Die Tradition, dass Gebirge unzugängliche Landschaften sind, wo wenige Menschen leben und Touristen kaum anzutreffen sind, wurde durchbrochen. Eine vergleichsweise arme Gegend sollte von dem aufkeimenden Naturverständnis eines gebildeten Bürgertums partizipieren. Der Gründungsauftrag lautete von nun ab Erschließung des Gebirges, Anlage von Wanderwegen, Bau von Schutzhütten und Förderung des Fremdenverkehrs. Gleichzeitig legte Schneider den Grundstein für eine neue Tradition, der sich der Rhönklub heute noch verpflichtet fühlt.“

Die Aufgaben des Rhönklub hätten sich zwar zum Teil gewandelt, doch die Traditionspflege, auf die Herausforderungen und Entwicklungen der neuen Zeiten ausgelegt, bleibe bestimmendes Ziel: „Zu den Überlieferungen der Gründerväter sind neue Aufgaben hinzugekommen. Begriffe wie Umwelt- und Naturschutz spielten zur Gründerzeit des Rhönklubs eine, wenn überhaupt, untergeordnete Rolle. Es werden in Zukunft auch weiterhin neue Pflichten und Aufgaben an den Verein herangetragen werden. Unser Bestreben soll ein sich Hinwenden und Öffnen für diese neuen Aufgaben sein, damit wir sie im Sinne unserer Altvorderen bewältigen und dass uns nicht der Vorwurf unserer Kinder trifft, wir hätten nicht genug getan.

Verehrte Damen und Herrn, gestatten Sie mir, dass ich Ihnen einen Ausspruch des Irischen Dramatikers George Bernard Shaw mit auf den Weg gebe. Shaw sagte einmal: „Tradition ist eine Laterne, der Dumme hält sich daran fest, dem Klugen leuchtet sie den Weg“. In diesem Sinne, halten wir nicht krampfhaft alte Traditionen fest, sondern geben wir der Tradition Raum zur Entfaltung, denn nur mit einer Traditionspflege und einer gepflegten Traditionskultur können wir der Zukunft gelassen entgegen sehen.“

Dem konnte Rhönklub-Präsident Ewald Klüber vollends zustimmen, indem er sagte: „Von Thomas Morus stammt das Wort:

Tradition bedeutet nicht bewahren der Asche, sondern Weitergeben des Feuers“. Weitergeben heißt ja auch im Lateinischen Tradition. Weitergeben aber ist nur möglich, wenn es „Weitergeber“ und gleichzeitig „Empfänger“ gibt. Weitergeben werde ich nur dann etwas, wenn es mir persönlich wertvoll und wichtig ist. Empfangen werden es nur Menschen, wenn sie darin Sinn und Leben erkennen. Tradition kann nicht übergestülpt werden, sondern muss gelebt, vorgelebt werden. Ich muss selber Feuer sein, brennen, damit ich andere im guten Sinne „anstecken“ kann. Weitgehend bekannt ist uns das Sprichwort: „Was Du ererbst von Deinen Vätern, erwirb es, um es zu besitzen“. Tradition ist also ein aktiver Prozess, in dem wir gemeinsam aktiv sein werden müssen, damit Werte nicht verloren gehen.“

Für den Rhönklub seien es vor allem diese Werte, die es weiterzugeben gelte: Heimat, der christliche Glaube, Familie, ältere und kranke Mitglieder, Feste. Und daraus folgerten die Fragen: „Was machen wir aus dem Ererbten, aus der Tradition? Was tue ich selber dafür? Was tut unsere Familie dafür? Was tun unsere Gemeinden dafür? Was tut unser Rhönklub dafür? Denn, was im Großen gelingen soll, fängt im Kleinen, also bei uns selber an.“

Klübers Aufruf an den Rhönklub deshalb nach vorne gerichtet: „Ich kann Sie nur ermuntern, unterstützen sie durch Ihre Arbeit im Rhönklub und anderen Vereinen das Rhöner Traditionsbewusstsein; versuchen Sie in Wort, Schrift und Bild Tradition festzuhalten, nachfolgenden Generationen weiterzugeben und damit die Grundlage zu schaffen, Tradition auch weiterhin erlebbar zu gestalten!

Lassen Sie mich schließen und damit unser Thema beantworten mit dem, was Carl Friedrich von Weizsäcker einmal gesagt hat: „Tradition ist bewahrter und gelebter Fortschritt“.

Drei Länder, ein Rhönklub unterwegs im Land der offenen Fernen. Wir sind bereit, unsere Tradition aufzunehmen, zu bewahren und weiterzugeben. Unsere nachwachsende Generation sollten wir motivieren, die Geschichte der Vergangenheit ständig ins Bewusstsein zu rufen, um an zukunftsfähigen Entscheidungen an der Arbeit und im Ehrenamt mitzuwirken. Dann hat Tradition Zukunft.

Gerade der Heidelstein sei in diesem Kontext „einzigartiger Platz des Gedenkens ist – eine Gedenkstätte – in wohlbehüteter Landschaft. (…) Wichtig ist, dass seit dieser Zeit (sc. vor 89 Jahren) das Bedürfnis besteht jährlich diese Gedenkstätte gemeinsam aufzusuchen, um den Toten zu gedenken, aber auch Hoffnung für die Zukunft zu schöpfen. Dies war nach dem 2. Weltkrieg ebenso, wie nach der Errichtung des „Eisernen Vorhangs“.“

Das Ende der deutschen Teilung erlaube nun allen Rhönklub-Mitgliedern, an dieser Gedenkfeier teilzunehmen: „In wenigen Tagen können wir den 22.Jahrestag der friedlichen Wiedervereinigung begehen. Dankbarkeit sollte und muss uns erfüllen, wenn man dieses unvergessliche, grandiose und geschichtliche Ereignis begeht und feiert. Diesmal, - wie ein Wunder - ohne menschliche Opfer, der wir heute gedenken müssten.

Dafür gibt es viele Opfer an der ehemaligen innerdeutschen Grenze zu beklagen, die in die Freiheit wollten. Für das Gedächtnis an diese Opfer steht dieses kleine einzigartige Kreuz als Erinnerung, und Mahnung wider das Vergessen.

Mit der Aufarbeitung des entstandenen Unrechts im geteilten Deutschland haben wir nach der Grenzöffnung begonnen. Damit wird sich unsere Generation und möglicher Weise auch die Folgende noch auseinandersetzen und beschäftigen. Dies sollte hier immer wieder angemahnt werden, um unsere nachwachsende Generation zu sensibilisieren.

67 Jahre Kriegsende und 22 Jahre Einheit Deutschlands geben uns Hoffnung und Ansporn, alles für Frieden und Freiheit zu tun.

Es ist die Hoffnung und Zuversicht, die uns alljährlich auf den Weg hinauf zum Heidelstein schickt, um an Menschen zu denken, die den Weg hinter sich haben.

So sind wir alle Lebende und Verstorbene an diesem Platz, dem Heidelstein, zu Hause. Wir haben als länderübergreifender Verein die Verantwortung vor der Geschichte.“

Stellvertretend für alle 266 Verstorbenen verlas der Präsident die Namen von Personen, die sich um den Rhönklub verdient gemacht haben. Zusammen mit Rhönklub-Vizepräsident Bernd Müller-Strauß legte Klüber einen Kranz an der Rhönklub-Gedenkstätte auf dem Heidelstein nieder.
Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung vom Musikverein Biebertal aus Hofbieber unter der Leitung von Hubert Abel. Jugendliche der Deutschen Wanderjugend im Rhönklub, Daniel Zink, Linda Klemmer (beide Unterelsbach) und Isabell Alt (Florenberg, regten mit Zwischentexten zum Nachdenken an.

Bernd Müller-Strauß

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