Elmer Rhönklub feierte 90 jähriges Bestehen

„Der Rhönklub Zweigverein Elm lebt wieder", mit diesen Worten begann Rhönklub Präsident Ewald Klüber seine Rede zur Festveranstaltung des 90 jährigen Jubiläums. Blickt man zurück, war es zu Beginn des Jahres erst gar nicht sicher, ob der Rhönklub Zweigverein Elm jemals ein solches Jubiläum feiern würde.

Von der Gründung bis zur geplanten Auflösung
Der Elmer Rhönklub wurde im März 1921 gegründet. Knapp 90 Jahre später, wir berichteten, wurde im April diesen Jahres eine Auflösungsversammlung einberufen. Der bisherige Vorsitzende hatte seine Arbeit bereits 20 Jahre getan und war schon jahrelang auf der Suche nach einem Nachfolger. „Die Suche blieb allerdings bis dato ohne Erfolg", erinnerte der jetzige Zweigvereins Vorsitzende Robert Brimberry während seiner Rede. Auf diese Weise rückte das Aus für den Zweigverein immer näher. Einige Wochen vor der Versammlung bewegte sich etwas in Elm und so meldeten sich einige junge Männer, die den Verein zu neuem Leben erwecken wollten.

„Und so ist es wieder wie vor 90 Jahren, dass junge Männer den Verein führen", griff Brimberry bei der Jubiläumsveranstaltung auf. Damit meinte er die Parallelen zwischen der Vereinsgründung, die im März 1921 durch acht junge Männern geschah und das kurzfristige Wiedererwecken des traditionellen Vereins, für das wieder junge Leute zuständig waren. Für den Magistrat kam in Vertretung des Schlüchterner Bürgermeisters Stadtrat Reinhold Baier. Er warnte davor, dass diese Glücksfälle nicht die Regel seien, da die Vereinsverwaltung heute viel komplexer sei, als vor einigen Jahren. Früher sei der Kassierer durch das Dorf gelaufen und habe die Mitgliederbeiträge beim Einsammeln in den Hosensäckel gesteckt, der als Kasse diente. „Heute muss man dafür ausgebildet sein sowie alles ausführlichst dokumentieren und das führt zu einer hohen Verantwortung, die sich heute keiner mehr stellen möchte ", betonte Baier.

Die Vereinschronik
Im Anschluss der Redebeiträge, informierte Brimberry die Gäste über die lange Vereinsgeschichte. So hatte der Verein in den 20er Jahren eine eigene Tennisabteilung, die dann später selbstständig wurde und dann an den Elmer Sportverein fiel. Auch eine eigene Kapelle, eine Bibliothek und einen Chor waren vor den Kriegsjahren Bestandteil des Elmer Rhönklubs. Während des Krieges hielt man die Vereinsaktivitäten, bis auf 1945, aufrecht. Allerdings gingen in diesen Jahren durch die Gleichschaltung die Mitgliederzahlen zurück. Nach dem Krieg begann man schon 1946 mit einer Wanderung am Himmelfahrtstag zur Steckelsburg. In den Folgejahren spezialisierte sich der Verein neben den Wandertätigkeiten, auch auf den Gebieten des Naturschutzes und der Kulturarbeit. Daraufhin ging in den 60er Jahren der Zweigvereins Sterbfritz aus dem Elmer Rhönklub hervor. Zur gleichen Zeit war die Jugendarbeit der Rhönklubjugend im Zweigverein sehr aktiv. In den folgenden Jahren fanden als Besonderheiten einige Jubiläumsveranstaltungen zum 50sten,70sten und 75sten Bestehen statt.

Seit der Vereinsübernahme
Nach der Aufzählung der Aktivitäten seit der Vereinsgründung, kam Brimberry zu den Tätigkeiten seit der Vereinsübernahme im Frühjahr. So wurde in diesem Jahr das Wegenetz des Zweigvereins komplett per GPS aufgezeichnet und damit digitalisiert. Man habe kurzfristig einen provisorischen Wanderplan aufgelegt, so dass bereits zwei Wochen nach der Vorstandswahl die erste Wanderung stattfand. Ein Erfolg war die Veranstaltung zum Thema „Klettern und Wandern". Zehn Teilnehmer, davon fünf jung und fünf alt, fuhren zum Klettern in die Frankenalb. „Zum Erstaunen der Teilnehmer, war der älteste Kletterer 75 Jahre alt", so Brimberry. Für nächstes Jahr habe man sich vorgenommen, eine Tradition einzuführen. Man möchte ab dann jedes Jahr zum Geburts- und Todestag des Stadtsohnes Ulirch-von-Hutten zur und von der Steckelburg auf dem Drei-Burgen-Weg und Ulrich-von-Hutten-Pfad wandern.

Ein Thema war auch die Besonderheit des „Bergwinkels", das Tal, in dem sich Rhön, Vogelsberg und Spessart treffen. Der Rhönklub Vorsitzende Brimberry hob die Bedeutung dieser Gegend hervor und begrüßte an dieser Stelle die Nachbarverbände des Spessartbunds und Vogelsberger-Höhenklubs, die zur Jubiläumsveranstaltung gekommen waren.

Neben Präsident Klüber und Stadtrat Baier waren auch Torsten Raab für das Biosphärenreservat Rhön, zahlreiche Vertreter aus Schlüchterner und Elmer Vereinen zu Gast. Von den Zweigvereinen, konnten Rhönklub Präsident Klüber und der Zweigvereins-Vorsitzende Brimberry die beiden „Nachbarn" Neuhof und Sterbfritz sowie den stellvertretenden Schriftführer der Region Sinn und Saale Klaus Neisser begrüßen.

Im Rahmen des Jubiläums ehrte Brimberry seinen Amtsvorgänger Manfred Möller mit Ehefrau zur 25-jährigen Mitgliedschaft. Zum 90 jährigen Jubiläum hat der Zweigverein auch eine kleine Festschrift mit Programm 2012 herausgegeben, die auch in der Rhönklub Geschäftsstelle am Peterstor ausliegt. Zum Schluss hoffte Brimberry auf weitere zehn Jahre Zweigvereinsgeschichte, um im Jahr 2021 das 100 Jährige Vereinsbestehen ausgiebig zu feiern.

Robert Brimberry

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