Arbeitseinsatz im Naturschutzgebiet "Lange Rhön"

Zur Zeit zieht die Hochrhön viele Besucher an, denn die Wiesen stehen in voller Blüte. Zwar kann ab dem 1. Juli gemäht werden – und viele Landwirte haben sich auch wegen des herrlichen Wetters sofort an die Arbeit gemacht, aber dennoch sind viele Wiesenmatten noch zu bewundern.

 

Blumenpracht
Was viele Blumenliebhaber nicht wissen: die Farbenpracht der Lupinen – so schön sie auch anzusehen ist – gehört nicht in diese Landschaft. Sie wurde im sog. 3. Reich dort oben eingebracht, um die Böden zu verbessern und Neusiedlern Ackerland zu bescheren. Seitdem vermehrt sich dieser Neophyth  und hat schon ganze Hektar bester Wiesenflächen in ein „blaues Meer" verwandelt. Außer der Lupine kann dort keine andere Pflanze mehr gedeihen.

Neophyth eindämmen
Der Rhönklub e.V. als anerkannter Naturschutzverband hat es sich nun zur Aufgabe gemacht, den Lupinen Einhalt zu gebieten. An 2 Tagen haben  sich mehr als 50 Männer und Frauen aus 16 Zweigvereinen in der Hochrhön mit Sensen „bewaffnet" eingefunden, um einzeln stehende Stauden vor der Reife der Samen zu mähen, damit nicht noch weiterer Schaden angerichtet wird. Torsten Kirchner, Mitarbeiter des Biosphärenreservates Bayer. Rhön, hatte die Organisation übernommen und die Gruppen an ihre Plätze geschickt und eingewiesen. Überall in der Hochrhön waren die Mäher zu erspähen.

Großartige Aktion
Präsidentin Regina Rinke zeigte sich hocherfreut über diese positive Resonanz, besonders in der Bayerischen Rhön. Sie besuchte alle Teilnehmer, dankte ihnen für diesen ehrenamtlichen Einsatz und brachte ihnen eine Brotzeit und Getränke, denn es war glühend heiß. Alle Mäher waren einhellig der Meinung, es sei ein ganz besonderes Ereignis gewesen, diesen herrlichen Tag in der Hochrhön erlebt zu haben. Alle wollen in den kommenden 4 Jahren wieder mithelfen, denn nur die Mahd in 5 aufeinander folgenden Jahren bringt Erfolg bei der Bekämpfung der Staudenlupine.

Ferkelkraut und Hyazinthe
Der Reichtum zum Teil vom Aussterben bedrohter Pflanzenarten ging allen Beteiligten unter die Haut. Das Gefleckte Ferkelkraut z. B. steht an der Spitze der Roten Liste aller bedrohten Pflanzen. Hier in der Hochrhön ist es in Prachtexemplaren noch zu finden, ebenso die Türkenbundlilie. Die Wald-Wiesen-Hyazinthe konnte an mehreren Standorten ausgemacht werden, ebenso die Arnika. All diese typische Rhönflora  darf nicht aufs Spiel gesetzt werden. Sie zu erhalten, ist nicht nur das Anliegen der Rhönklubmitglieder, sondern auch der Bergwacht, die sich ebenfalls an dieser Aktion beteiligte.

Regina Rinke, Pressesprecherin des Rhönklub e.V.

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